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Küchenplanung unter dem Einfluss von Akustik und Schall

Offene Küchen + harte Flächen = viel Hall

Offene Wohnküchen sind sehr beliebt, da sie Kochen, Essen und Wohnen verbinden. Eine gute Akustik haben sie allerdings oft nicht. Sie sind größer, es gibt weniger Türen und mehr harte, den Schall reflektierende Flächen. Anstatt geschluckt zu werden, wird der Schall zurückgeworfen. Heraus kommt kein „Lärm“ im klassischen Sinne, sondern Nachhall. Stimmen erscheinen schärfer, Geschirr knallt länger nach und Maschinen dröhnen lauter.

Weshalb offene Küchen häufig hallen

Schall verhält sich in modernen Küchen ungünstig, weil gängige Materialien Schall schlecht absorbieren. Fliesen, Glas, Stein, lackierte Fronten und glatte Deckenflächen werfen insbesondere hohe und mittlere Frequenzen gut zurück. In offenen Grundrissen gibt es weniger „Unterbrechungen“, die die Schallenergie dämpfen könnten. Flure, Türen oder kleinere Räume werden so zur Schallfalle.

Hinzu kommt die Geometrie. Lange Sichtachsen durch ungekürzte Deckenflächen und großflächige Fensterfronten vergrößern die reflektierende Fläche. Dieser Effekt wird verstärkt, je minimalistischer die Einrichtung ist. Es gibt wenig Teppich, wenig Vorhänge, wenig Polster. Der Raum klingt dann leer, selbst wenn er eingerichtet ist. Akustikprobleme fallen vor allem dann auf, wenn sich mehrere Menschen darin aufhalten, wenn Kinderstimmen zu hören sind oder Geräusche mit hohen Frequenzen auftreten. Besteck, Teller, Gläser, Kaffeemühle, Mixer. Das eigene Empfinden ist schnell „zu laut“, auch wenn es in Dezibel gar nicht extrem laut ist.

Welche Stellschrauben in der Planung den größten Effekt haben

Akustik lässt sich nicht mit einem Trick lösen. Es sind die vielen kleinen Maßnahmen, die zusammen zur Reduktion des Nachhalls führen.

Eine der größten Stellschrauben ist das Verhältnis zwischen harten und weichen Flächen. Sind Boden, Fronten und Decke hart, muss wenigstens eine große Fläche gezielt schallabsorbierend wirken. Das kann eine textile Fläche im Wohnbereich oder eine akustische Fläche an der Wand sein, am besten dort, wo der Schall direkt reflektiert wird.

An dieser Stelle werden häufig Schallschutzplatten eingesetzt, da sie als definierte Wandfläche Schallenergie reduzieren, ohne die Küchenfunktionen zu beeinflussen. Wichtiger als das „Ob“ ist das „Wo“. Sinnvoll sind diese Flächen gegenüber von Sitzplätzen, in der Nähe des Essplatzes oder an großen, sonst als harte Reflexionsfläche wirkenden Wandflächen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Möbelplanung. Offene Regale mit unterschiedlich bestückten Flächen können den Schall streuen. Auch Pflanzen, Bilder und strukturierte Oberflächen sind akustisch oft besser als große, glatte Flächen. Wer sehr glatte Fronten und große, ruhige Wände plant, benötigt in der Regel einen Ausgleich.

Gemütliche Wohnküche

Küche und Wohnbereich gemeinsam denken

In offenen Grundrissen ist die Akustik kein reines Küchenthema. Der Wohnbereich ist ebenfalls betroffen. Ein Esstisch mit harten Stühlen auf hartem Bodenbelag ist akustisch ungünstig. Polsterstühle oder Sitzauflagen ändern die Situation bereits spürbar. Ein Teppich unter dem Esstisch kann die Klappergeräusche dämpfen, sofern er groß genug ist, damit die Stühle nicht ständig über die Kante rutschen.

Vorhänge haben ebenfalls einen Effekt. Nicht als Deko, sondern als große textile Fläche. In Räumen mit viel Glas und glatten Wänden kann dies ein wichtiger Faktor sein. Wer keine Vorhänge möchte, kann über Alternativen nachdenken, zum Beispiel textile Raumteiler, sofern der Grundriss es zulässt.

Wichtig ist, den Raum nicht ausschließlich über die Optik zu planen. Die Akustik wird man nämlich erst bemerken, wenn der Alltag beginnt. Dann sind die Maßnahmen aufwendiger. Wer früh genug plant, kann Lösungen wählen, die unsichtbar bleiben und zur Gestaltung passen.

Geräte wirken lauter, wenn der Raum hallt

Viele Menschen denken bei der Lautstärke zunächst an die Elektrogeräte. Natürlich ist die Technik wichtig. Der Raum verstärkt die Geräusche jedoch zusätzlich. So wirkt ein leiser Geschirrspüler in einem halligen Raum viel schwächer gedämpft als in einem dampfenden Raum.

Hinzu kommt der Körperschall. Sind die Geräte nicht sauber ausgerichtet oder koppeln sie an die Möbelkorpusse an, übertragen sich die Vibrationen. Es entsteht ein Dröhnen, das nicht aus dem Gerät selbst, sondern aus dem Schrank oder der Arbeitsplatte kommt. Eine saubere Montage und Entkopplung kann in solchen Fällen mehr bringen als ein Gerätewechsel.

Es sind die kleinen Details, die bei offenen Küchen wichtig sind. Dazu gehören klappernde Schubladen, harte Anschläge und ungedämpfte Fronten. Die „Soft Close”-Funktion ist nicht nur komfortabel, sondern verhindert auch impulsartige Geräusche, die in halligen Räumen besonders störend sind.

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